Die Angst vor Sichtbarkeit und wie du sie überwindest!

 

Mein erster Blogartikel und der hat ganz schön lange auf sich warten lassen. Dabei lass ich gleich die Hosen runter, denn ich bin weder Mama geworden noch habe ich ein Haus gebaut oder Ähnliches. Es war ganz einfach so, dass ich mit mir und meiner neuen Selbstständigkeit ziemlich beschäftigt war. Es sind mir (gefühlt) gigantische Hindernisse im Außen wie im Innen begegnet und der Start hat sich gänzlich anders gezeigt, als es mein Plan war. Doch nichts ist umsonst, viel durfte ich wachsen und reifen in dieser Zeit.

 

Was ist denn nun genau geschehen?
Gerne möchte ich Dich an meiner persönlichen Entwicklung der letzten Monate teilhaben lassen und eines meiner größten Themen mit dir teilen. Denn es ist ein Thema, das uns alle betrifft! Den einen mehr, den anderen weniger ;o).

Es geht um die Angst vor der Sichtbarkeit. Das Thema Sichtbarkeit, sich zu zeigen, betrifft uns alle und wir alle kennen die Menschen, die eine sogenannte „Rampensau“ sind und keinerlei Hemmung haben, sich vor anderen so zu zeigen wie sie sind. Vielen Menschen geht es jedoch nicht so, ihnen fällt es schwer, sich vor anderen, Fremden, Chefs, Gruppen oder gar dem eigenen Partner etc. zu zeigen oder zu sprechen, das zu sagen, was sie wirklich denken, wie sie sich wirklich fühlen. Eben SICHTBAR zu sein. Oft wird die eigene Befindlichkeit mit Gefühlsduselei oder „sich nicht zu wichtig nehmen zu wollen“ weggedrückt. Doch STOPP, welchen Menschen willst du gerade nicht wirklich wichtig nehmen?

 

Ich selbst kenne das nur zu gut, war es mir doch in jungen Jahren nicht einmal möglich, mich alleine, entspannt durch einen Raum mit vielen Menschen zu bewegen. Von entspannt war es allemal weit entfernt, panisch und angstvoll trifft es schon eher. Auch als junge Erwachsene war es gefühlt noch nicht wirklich besser. Durch meinen ersten Beruf in der Selbstständigkeit als Sommeliére, durfte ich mich berufsbedingt bei Seminaren, Moderationen, etc. vielen dieser Ängste stellen. Und frage nicht … wie oft hab ich mich selbst gefragt, was mich da geritten hat, mir solch einen Beruf auszuwählen. Eine Alternative gab es damals für mich einfach nicht und somit musste ich da durch.
Nun dachte ich vor einem Jahr, dass dieses Thema der Sichtbarkeit ad acta gelegt wäre. Doch Pustekuchen, es stellte für mich eine ganz neue Art der Herausforderung dar – mich nicht hinter „Weinflaschen“ verstecken zu können, sondern zu meinen Überzeugungen, meinen Erfahrungen, meinem Wissen zu stehen und mich als Coach für Persönlichkeitsentwicklung zu zeigen. Am liebsten wäre es mir gewesen, das die Menschen mich von alleine finden und durch Weiterempfehlung sich mein Geschäft entwickelt. Das ist eine mögliche Variante, doch die benötigt in der Regel einen langen Atem. Für mich definitv keine Alternative, zumal mir recht schnell bewusst wurde, dass diese Haltung eine Ausrede war und sich dahinter eine Menge Angst verbirgt. 

 

Gerne möchte ich dir verraten, wie ich das Sichtbarwerden überlebt ;o) habe und dir hilfreiche Tipps mitgeben:

 

1# Werde dir bewusst, was dahinter steckt
Wir wollen nicht sichtbar werden, uns zeigen so wie wir sind, weil unsere größte Angst dahinter steckt - die Angst vor Ablehnung, vor Abwertung, vor negativen Kommentaren, vor Neid und Missgunst. Werde dir bewusst und klar darüber, dass das, was der Andere in dir wahrnimmt, sein eigener Spiegel ist und in der Tat nie mit dir zu tun hat.


Was heißt das jetzt genau?
Wenn jemand zweifelt, ob das bei dir klappen kann, dann sind das seine Ängste, die er auf dich projiziert.
Wenn jemand auf dich neidisch ist, dann hat das mit seinem eigenen Leben/seiner eigenen Unzufriedenheit zu tun.
Wenn jemand abwertend über dich und deine Arbeit kommuniziert, dann versucht dieser seinen eigenen Wertemangel zu kaschieren.
Mit diesem Bewusstsein lässt es sich doch schon viel leichter sichtbar werden, oder was meinst du? ;o)

 

2# Dieses Gefühl, wenn vermeintlich ALLE auf dich schauen.
Wenn du denn Sprung raus aus deiner Komfortzone gemacht hast, dann ist es nun mal so, dass du nicht sofort mit einem super Gefühl belohnt wirst. (Das kommt erst später ;o) Sondern es ist erstmal ein unbekanntes Unwohlsein, aufgeregt sein, alles kribbelt, alles pulsiert, puuh ja atmen nicht vergessen, Nervosität, Lampenfieber…

Dieses Gefühl ist völlig normal und natürlich, wenn wir etwas neu und zum ersten Mal machen oder eben aus unserer Komfortzone rausgehen. Doch hier findet wahre Persönlichkeitsentwicklung, wahres Wachstum statt und dann, nachdem du diese Aufregung überstanden hast, stellt sich die Freude, Dankbarkeit, Erfülltheit und Wertschätzung ein.
Wenn du dir über diesen Prozess bewusst wirst, dass das so ist – dann wirst du auch den Weg zur entspannten Sichtbarkeit viel leichter „überleben“ ;o). Eben weil du weißt, dass es ein vorübergehender Zustand der Angst ist und am Ende zu einem DEINEM Geschenk wird. Und umso mehr du in deine Kraft kommst, um deine Fähigkeiten und Talente zu leben, umso mehr wirst du automatisch zum Geschenk für andere.  

 

 

3# Üben, üben, üben
Du hast es vermutlich schon geahnt, bei diesem Prozess gibt es keine Abkürzung. D.h. die Abkürzung besteht darin, dich deiner Angst, deiner Aufregung in diesem Moment trotzdem zu stellen und das immer und immer wieder. Je nachdem, worin du dich üben möchtest, schaffe dir immer wieder bewusst Herausforderungen. So gelangst du am schnellsten an das Ziel deiner Träume, in diesem Fall gesehen und wahrgenommen zu werden.

 

Herzlichst, deine

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Kommentare: 2
  • #1

    Yvonne (Mittwoch, 01 August 2018 12:45)

    Liebe Christiane,
    das hast du sehr gut geschrieben!
    Als wir uns das erste Mal nach längerer Zeit wieder gesehen haben und du mir davon erzählt hast, was du gerade tust, oder beginnst (? Ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube es war ziemlich am Anfang...) wusste ich nicht so recht WAS du da tust. Doch nun,da ich mich selbst seit einiger Zeit mit Mir selber beschäftige, verst ehe ich es voll und ganz und bin ganz bei dir! Ich habe noch einen langen Weg vor mir, doch bin ich mir sicher das ich es schaffe. Mit Sicherheit auch aufgrund deiner immer sehr guten und hilfreichen Tagesimpulse und zusätzlich jetzt noch durch deinen Blog!Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße, Yvonne.�

  • #2

    Ricko (Donnerstag, 02 August 2018 12:02)

    Starker Beitrag !
    Trifft genau den richtigen Punkt bei mir derzeit zum Thema Umgang mit Neidern/ Ablehnung...
    Danke dafür und bitte weiter bzw noch mehr Sichtbarkeit Christiane :)